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Köln Südstadt zu Fuß: 10 Orte zwischen Rhein und alter Stadtmauer

Rund dreieinhalb Kilometer, etwa zwei Stunden, vom Rheinufer bis St. Pantaleon. Der Weg folgt der mittelalterlichen Stadtmauer durch die Südstadt. Den Dom sieht man hier nur aus der Ferne, dafür gibt es Türme, Tore und Geschichten, die viele Kölner selbst nicht kennen.

Für wen ist der Spaziergang?

Für alle, die Köln schon vom Dom und von der Altstadt kennen und mehr sehen wollen. Und für Kölner, die in der Südstadt sonst nur zum Kaffee oder zum Karneval sind. Der Weg ist flach und lässt sich leicht abkürzen: Am Chlodwigplatz und an der Ulrepforte halten Bahnen.

1. Bayenturm

Los geht es am Rhein. Der Bayenturm wurde um 1220 gebaut und war der südliche Eckturm der Stadtmauer. Am 8. Juni 1262 stürmten Kölner Bürger den Turm und nahmen ihn dem Erzbischof ab. Seitdem heißt es in Köln: Wer den Turm hat, hat die Macht. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Turm schwer beschädigt und stand jahrzehntelang als Ruine da. Seit 1994 ist hier der FrauenMediaTurm zu Hause, ein Archiv zur Geschichte der Frauenbewegung, das auf Alice Schwarzer zurückgeht.

2. Chlodwigplatz

Über den Ubierring kommst du in wenigen Minuten zum Chlodwigplatz. Er ist nach dem Frankenkönig Chlodwig benannt und so etwas wie das Wohnzimmer der Südstadt. Hier treffen sich Ringe, Severinstraße und Bonner Straße, und hier beginnt an Rosenmontag traditionell der Zug.

3. Severinstorburg

Das Tor mitten auf dem Platz stammt aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es ist eines von nur vier Stadttoren, die vom mittelalterlichen Köln geblieben sind. 1235 wurde hier Isabella von England empfangen, die Braut von Kaiser Friedrich II. Heute kann man in der Torburg heiraten. Und an Weiberfastnacht wird vor dem Tor jedes Jahr die Geschichte von Jan und Griet gespielt: vom Knecht Jan von Werth, den die Magd Griet abwies und der später als General zurückkam.

4. St. Severin

Durch das Tor geht es in die Severinstraße. Sie folgt einer römischen Straße nach Bonn, an der die Römer ihre Toten begruben. Auf diesem Gräberfeld entstand im 4. Jahrhundert eine kleine Kapelle. Daraus wurde St. Severin, eine der zwölf großen romanischen Kirchen Kölns, benannt nach dem dritten Bischof der Stadt. Der Westturm ist 79 Meter hoch und damit der höchste aller romanischen Kirchen in Köln.

5. Karl-Berbuer-Brunnen

Ein Stück weiter die Severinstraße hinauf steht auf dem Karl-Berbuer-Platz ein Schiff aus Bronze. Der Bildhauer Bonifatius Stirnberg hat es 1987 als Narrenschiff gebaut. Am Steuer steht Karl Berbuer selbst, der Sänger von «Heidewitzka, Herr Kapitän». Vorne am Bug sitzt Mutter Colonia, und zwei Heinzelmännchen purzeln die Treppe hinunter. Am Beckenrand stehen die Titel seiner Lieder. Wie viele kennst du?

6. Kartäuserkirche

Ein paar Straßen westlich wird es plötzlich still. Hier gründeten Kartäusermönche 1334 ein Kloster. 1794 lösten die Franzosen es auf, als erstes Kloster in Köln, und die Kirche wurde zum Lager für das Militär. Erst 1928 wurde sie wieder ein Gotteshaus, diesmal für die evangelische Gemeinde. Rund um die Kirche ist es bis heute auffallend ruhig.

7. Ulrepforte

Am Sachsenring steht ein Stadttor, das wie eine Mühle aussieht. Das ist kein Zufall. Die Ulrepforte wurde 1245 zum ersten Mal erwähnt und hat ihren Namen von den Ulnern, den Töpfern, die wegen der Brandgefahr hier am Stadtrand arbeiteten. Um 1450 wurde das Tor zugemauert und zur Windmühle umgebaut. Seit 1956 sind hier die Roten Funken zu Hause, eines der bekanntesten Karnevalskorps der Stadt. Ganz in der Nähe erinnert ein Relief an der alten Mauer an die Schlacht an der Ulrepforte von 1268. Es ist die Kopie eines Steins von 1360, der als ältestes Denkmal Kölns und vielleicht ganz Deutschlands für ein historisches Ereignis gilt.

8. Stadtmauer am Sachsenring

Rund 200 Meter weiter westlich steht ein Stück der echten Mauer: zwei Türme, die Mauer dazwischen und davor sogar noch der Graben. Die Stadtmauer wurde ab 1180 gebaut und umschloss Köln in einem großen Halbkreis. 1881 begann der Abriss, weil die Stadt Platz brauchte. An dieser Stelle sieht man noch, wie hoch und wie dick sie war.

9. Diana mit springender Antilope

In der Grünanlage am Sachsenring steht eine Bronzefigur, an der die meisten einfach vorbeifahren: die Jagdgöttin Diana, neben ihr eine Antilope im Sprung. Sie stammt vom Bildhauer Fritz Behn, der vor allem für seine Tierfiguren bekannt war. 2015 wurde die Figur restauriert. Bleib kurz stehen und schau dir an, wie leicht das Tier in der Luft hängt.

10. St. Pantaleon

Zum Schluss geht es ein Stück nach Norden zu einer der ältesten Kirchen der Stadt. Erzbischof Bruno gründete hier 955 ein Benediktinerkloster, die Kirche wurde 980 geweiht. In ihr liegt Kaiserin Theophanu begraben, eine Prinzessin aus Byzanz, die das Reich für ihren kleinen Sohn Otto III. regierte. Sie starb 991 und wollte ausdrücklich hier bestattet werden. Von St. Pantaleon sind es nur ein paar Minuten zu den Bahnen am Barbarossaplatz.

Den Spaziergang als Spiel laufen

Alle zehn Orte aus diesem Text sind Stationen in CuriFox. In der App wählst du Start und Ziel oder eine fertige Route, und an jedem Halt wartet eine kurze Geschichte und ein kleines Rätsel zu dem, was du vor dir siehst. Die Routen zu laufen ist kostenlos.

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